
Ein Bild aus besseren Tagen: Die beiden Tankwart-Legenden Dieter Unterrainer (l.) und Heinz Cyrmon. Fotos: Sascha T., Archiv
Cyrmon, Zezula, Kühberger, Zenz – und wie sie noch alle hießen: die Zeit der Bedienungstankstellen ist längst vorüber. Der Ölwechsel durch den freundlichen Tankwart, das Nachfüllen des Scheibenwasch-Behälters, die kleine Plauderei an der Zapfsäule – all dies stirbt in der Stadt aus.
Es gibt jedoch eine allerletzte “Oase” inmitten der riesigen Selbstbedienungs-Wüste: die AWI in der Pleyergasse. Dort wird im Schatten der B26-Brücke (Puchberger Straße) noch Kundendienst gelebt.
Alice und Vio Arsenie führen die Tankstelle seit bald zwei Jahren, haben den Platz am 1. März 2011 übernommen. Die gebürtige Ungarin steht meist an der Zapfsäule, während ihr Mann für kleine Reparaturen an den Kundenautos in der Werkstatt gleich daneben zuständig ist. “Bedienung ist sehr gefragt, es kommen sehr viele Leute, auch ältere Generation oder Jugend, was sich noch nix so traut. Dann hamma einige, was behindert san und sich ned leicht tun bei Aussteigen und Einsteigen ins Auto wieder.”
Alice (am Titelfoto gerade beim Betanken eines Kundenautos): “Ich arbeite sehr gern mit Leute zusammen und es macht irrsinnig viel Spaß. Wir haben sehr viele Stammkunden, sag ich mal 90 Prozent, was immer wieder dieselben sind. Sie kommen gern. Kommen gerne rein, nehmen ein Kaffeetscherl oder einen heißen Tee. Inzwischen kann ich des machen, ein bissl Scheibe abwischen, wann nötig ist.”
Dabei räumt sie mit einem Vorurteil auf: “Unser Spritpreis ist deswegen nicht höher als bei Selbstbedienungstankstellen.”
AWI Pleyergasse. Geöffnet: 6 bis 19 Uhr werkstags und am Wochenende und an Feiertagen von 8 – 19 Uhr, auch Reperaturen und Reifenverkauf.