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Silvia und Michael Geyer standen am 30. Juni das letzte Mal hinter dem Tresen.

Letzte Bestellung. Die letzten Tränen schmeckten nach Kaffee, Bier und Cola-Rum. Die Neunkirchner Straße wird nie wieder die sein, die sie noch zwei Tage zuvor und das jahrzehntelang gewesen ist. Das Cafe Wenninger schloss für immer seine Pforten, der Vermieter, das AMS hat sein Recht eingefordert. Eine Hand voll Stammgäste ertränkte ihren Schmerz, DJ Slave2daRiddim, Helmut Riedl, selbst im Wenninger wie zuhause, legte noch einmal die Musik auf, die halt bei den Techno-Kids nicht mehr zieht.

Generationen von Schreiberlingen (ich erinnere nur an den “Hupferl” Garherr) holten sich in Noch-Nicht-Google-Zeiten am Wenninger-Zeitungstisch ihre Nachrichten, Generationen von Schulstaglern versanken in den fett gepolsterten Sesseln, immer wenn die Türe aufging. Die erste Zigarette, das erste Bier, eine Runde Billard, eine Partie Schach, Auftritte heimischer Bands – das alles bleibt vielen Neustädtern in Erinnerung ans Wenninger. Die letzten 26 Jahre, wenn der “Lange”, der Geyer Michl, mit typischer griesgrämiger Cafetiersvisage die Bestellung entgegen nahm, seine Gattin Silvia servierte. Und auch an Kellner wie Bruno denkt man zurück.

Jetzt hängen nur noch zwei Zettel an den Fenstern des Lokales: Auf einem bedanken sich die Familien Wenninger und Geyer bei allen Gästen für ihre Treue, der andere ist ein verblichener Ausdruck eines Zulucity-Artikels über DJ Slave2daRiddim vom Vorjahr.

Letzte Nacht im Wenninger

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